Katholische Kirche Greimersburg

Kirche
56814 Greimersburg
Beschreibung
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Beschreibung

Wer das mächtige, das imposante und erhabene in einer Kirche sucht, wird das sicherlich nicht in einer kleinen Eifelkirche finden. Das ist den großen Domen und Kathedralen vorbehalten.
Wer aber das kleine, das einfache, das ruhige sucht, wird fündig in den zahlreichen Kirchen und Kapellen der Eifel.
Die katholische Kirche in Greimersburg ist eine sogenannte Filialkirche. Die Hauptkirche der Pfarrei Landkern-Greimersburg steht in Landkern. Es war Brauch mit der Zeit auch in den Filialen kleine Kirchen oder Kapellen zu bauen, damit die Bevölkerung auch dort einen Versammlungs- und Betraum hat. Wie in den meisten Kirchen ist der heutige Bau nicht das ursprüngliche Gebäude.
Aus alten Urkunden ist zu entnehmen, dass im Jahre 1737 eine Kapelle in Greimersburg geweiht wurde. Das ist aber nicht die erste Kirche die in diesem Ort stand. Allerdings muß diese wohl dem großen Dorfbrand im Jahre 1776 zum Opfer gefallen sein und bereits im Jahre darauf, also 1777 wieder neu errichtet worden sein.
Interessant ist, dass an einer Straßengabelung gelegen, das Frühmesserhaus direkt an die Kirche angebaut wurde. Beides bildet eine Einheit sozusagen.
Die Kirche in Greimersburg ist dem Hl. Antonius dem Einsiedler geweiht. Antonius war ein Eremit, der in der Abgeschiedenheit ein gottgefälliges Leben führen wollte. Ein anderer Heiliger gleichen Namens ist Antonius der Große. Ein Kirchenlehrer und Theologe. Das sind aber wie gesagt zwei verschiedene Personen.
Aber er wurde dennoch als Vorbild für die Jugend und für die Menschen damals bekannt. Und es schlossen sich junge Männer zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen. Auf Abbildungen wird Antonius der Einsiedler oft mit einem Schwein dargestellt. Das geht allerdings auf die später gegründete Gemeinschaft der Antoniter zurück. Zur ersten Jahrtausendwende kam eine rätselhafte Krankheit in Europa auf. Vergiftungen aufgrund des sogenannten Mutterkornes. Eines Pilzes der vor allen Dingen den Roggen befällt. Die Ursache dieser Krankheit kannte man allerdings damals nicht. Medizinische Hilfe gab es also auch nicht. Aufgrund eines Wunders, dass dem Hl. Antonius zugeschrieben wird, kam es zu einer Heilung von dieser Krankheit. Um Menschen, die an dieser Krankheit litten, dem sogenannten Antoniusfeuer, zu helfen, gründete sich der Hospitalorden der Antoniter. Schweine wurden gezüchtet um damit die Kranken zu versorgen. Damals konnte man also nicht nur Geld und Münzen spenden, sondern es wurden auch Ferkel den Antonitern versprochen, die fertig gemästet, dann dem jeweiligen Hospital zur Verfügung gestellt wurden. Das wurde sozusagen zum Markenzeichen der Antoniter. Deshalb wird Antonius der Einsiedler meist mit einem Schwein dargestellt. Obwohl er selbst damit gar nichts zu tun hatte.
Den heiligen Antonius findet man öfters in der Kirche. Außen an der Stirnwand zur Straße hin, wird man das erste mal aufmerksam auf ihn. Eine Figur aus dem 18. Jh. – sie wird wohl bei der Erbauung schon eingefügt worden sein, denn sie steht in einer Mauernische.
Die Kirche ist erbaut im 18. Jh. – da fällt einem doch der Barockstil in dieser Epoche ein. Anders wie in großen Schlössern und bayrischen Kirchen, wo man fast erschlagen wird von Vergoldung, Verzierung und Farbenspiel findet man in Greimersburg einen viel bescheideneren „Bauernbarock“. Zu sehen zum Beispiel an den Deckenausmalungen. Sie zeigen einmal Gott-Vater selbst, erkennbar an dem klassischen Dreieck anstatt Heiligenschein. Dann ein weiteres Deckengemälde mit der Gottesmutter im Mittelpunkt. Und auch da zu ihrer Rechten der Hl. Antonius.
Die Kirchen – die als Bauwerke über Jahrhunderte hin bestand haben – sind keine statischen Gebilde, die einmal erbaut nur noch konserviert werden. Interessant ist, man findet in der Kirche gleich zwei Kreuzwege. Einen älteren der unter der Empore angebracht wurde. Er dürfte der ursprünglichere sein und ist eine Holz- und Tonarbeit aus dem 19. Jh. Dann gibt es den zweiten, der in den 60er Jahren als zeitgenössische Arbeit eingemauert wurde.
Ein früher einmal vorhandener Hochaltar gibt es nicht mehr,. Stattdessen wurde in den 90er Jahren ein sogenannter „Volksaltar“ in Tischform aufgestellt. Der dahinter liegende Tabernakel ist in die Rückwand eingelassen.
Die Greimersburger Kirche lädt zum Ruhigwerden, zum Verweilen ein. Wenn man sich in eine Bank setzt und der Meditationsmusik zuhört die den Raum füllt, dann fällt es einem leicht seinen Gedanken nachzugehen. Vielleicht kann man sich vorstellen, wie in den verflossenen Jahrhunderten die Dorfgemeinschaft in den Bedrängnissen der Zeit hier Zuflucht gesucht hat, aber auch im Jahreslauf hier gefeiert und Gottes Segen gesucht hat.
Also, eine herzliche Einladung diese Kirche einmal zu besuchen…

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